Proxima-Syndrom

Die betroffenen Pilze sind Amanita smithiana und Amanita proxima.
Die meisten Vergiftungen mit Amanita Proxima, dem Ockerscheidigen Eierwulstling wurden in den letzten Jahren aus dem Mittelmeerraum, vor allem aus Frankreich gemeldet.
Der Ockerscheidige Eierwulstling/Amanita proxima ähnelt stark dem Eierwulstling/Amanita ovoidea und führt zu Verwechslungen. A. proxima unterscheidet sich von A. ovoidea unter anderem durch einen schlankeren Habitus, eine orangefarbene Volva und durch eine beständige Manchette. Eine Beschreibung und Abbildung von A. proxima gibt es zum Beispiel bei Bruno Cetto "I funghi dal vero", Bd 7.
A. proxima enthält ein unbekanntes Nierentoxin. Die Vergiftungssymptome, die nach dem Genuss von A. proxima auftreten, sind ähnlich dem Orellanus-Syndrom. 8-24 Stunden nach der Pilzmahlzeit kommt es zu Erbrechen und Durchfällen, nach etwa 2 Tagen tritt schweres Nierenversagen ein. Auf der Hompage der Deutschen Gesellschaft für Mykologie (DGfM) http://www.dgfm-ev.de/ gibt es dazu unter der Rubrik "Neue Giftpilze" detaillierte Informationen. A. proxima und A. ovoidea sind südliche Arten. Von A. proxima gibt es in Österreich, wie aus den Funddaten der Datenbank der Pilze Österreichs http://austria.mykodata.net/ hervorgeht, erst einen dokumentierten neueren Fund.

Literatur: Flammer/Horak: Giftpilze-Pilzgifte, 2003.